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Was haben die Blutgasse und Rosslyn Chapel gemeinsam? (2)

Alte Gemäuer haben es in sich. So auch die Singerstraße 9, der diesjährigen Heimat Peter Bichlers „House of Scotland“. Das Gebäude ruht auf Grundmauern aus dem 13. Jahrhundert und befindet sich hinter Sankt Stefan in Wiens City, dem Ersten Bezirk.

In seiner direkten Nachbarschaft ist die Blutgasse, in einer Gegend, Blutgassenviertel genannt, das als eines der ältesten Wiens gilt. Eine Überlieferung bringt den grausigen Namen mit den Tempelrittern in Zusammenhang, die 1312 im Fähnrichhof, ein Baukomplex, der bis ins Mittelalter zurückgeht und die Häuser Blutgasse 5, 7 und 9 sowie Singerstraße 11 umfasste, niedergemetzelt worden sein sollen, worauf die Gasse voll mit ihrem vergossenen Blute gewesen sei. Womit Peter Bichler einen wirksamen Übergang schuf vom mittelalterlichen Wien nach Schottland und Rosslyn Chapel, wo sich ein Teil Dan Browns Bestseller „Sakrileg - Da Vinci Code“ abspielte und der Film mit Tom Hanks in der Hauptrolle dem verschlafene Roslin zum plötzlichen Weltruhm verhalf.

Die Rosslyn Kapelle, ursprünglich Collegiate Chapel of St. Matthews genannt, ist eine gotische Kirche aus dem 15. Jahrhundert in dem Dorf Roslin bei Edinburgh. Die Mauern wurden aus lokalem Sandstein errichtet. In den Gewölben unterhalb der Kirche, der Krypta, ruhen die Ritter der Familie Sinclair. William war der Name des ersten sowie des letzten Ritters, der hier beigesetzt wurde aber William „der Stifter“ ließ auch einige Ahnen in die Kapelle überführen. So erinnert ein Stein auf dem Denkmal in der Nordwestecke der Kapelle an Sir William Siclair von 1297, einem Grand Prior der Tempelritter. Die Krypta war über eine Treppe im hinteren Bereich der Kirche zugänglich, deren Zugang aber versiegelt worden war. Das führte zu Spekulationen, was sich so neben den dort begrabenen Sinclairs befände. Es wird gemunkelt, in der Krypta sei unter anderem der legendäre Schatz der Tempelritter versteckt!

Die Region „Borders“ wurde 1975 aus den Grafschaften Peeblesshire, Roxburghshire, Selkirkshire und Berwickshire gebildet. Roxburghshire und Berwickshire trugen die Hauptlast in den Konflikten mit England. Daher findet man in der gesamten Region viele Ruinen zerstörter Klöster, Schlösser und selbst Städte. Für die meisten Kirchen, Kathedralen und Abteien in Schottland aber hatte die schottische Reformation im 16. Jahrhundert und die Entstehung der presbyterianischen Kirche verheerende Folgen wurden sie doch vom Pöbel willkürlich zerstört. Anschaulich führte uns Peter Bichler anhand von schaurig schönen Bildern dieser Ruinen durch die vier großen Border Abbeys, wie Melrose, Dryburgh, Kelso und Jedburgh. Diese entstanden während der Regentschaft König David I. zu Beginn des 12. Jahrhunderts und wurden zu kulturell und wirtschaftlich bedeutenden Zentren dieser Region, was durch die Zerstörungswut leider verloren ging.

„Rosslyn Chapel und die Border Abbeys“ war nicht nur ein faszinierender Vortrag, übrigens die 33. Veranstaltung unseres Verbandes, wie Präsident Prof. Dr. Kurt Tiroch in seiner Begrüßung festhielt, sondern zeigte wieder einmal rührend Peter Bichlers über 30 Jahre währende liebevolle Verbindung mit Schottland.

Neben den Kaufmöglichkeiten im Shop, deren gab es mannigfaltige, wurde uns ein kleiner aber feiner Empfang versprochen. Der Autor dieser Zeilen darf wieder einmal feststellen, dass viele, zu denen, nicht überraschend, auch er gezählt werden konnte, im hinteren Teil des Geschäftes hängen geblieben sind, denn dort befand sich eine feine Auswahl von Whiskies.

Wolfgang Geißler

 

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