logo

Das Aus für Pinke-Pinke?

Attachments:
Download this file (Podiumsdiskussion Abschaffung des Bargelds 24.10.2017.pdf)Einladung169 Kb

Wer soll das bezahlen,
Wer hat das bestellt,
Wer hat so viel Pinke-pinke,
Wer hat so viel Geld?

Ginge es nach den sogenannten „Finanzeliten“, die nach der Abschaffung des Bargeldes rufen, dann räumten sie nicht nur mit Münzen (Pinke-Pinke) und Banknoten auf sondern verwiesen lautmalerische Liedchen, wie das eingangs Zitierte, in die Mottenkiste der Geschichte, in der sie auf „Pennies from Heaven“ oder die „Sterntaler“ der Märchenerzähler Brüder Grimm träfen. Das allein wäre schon Grund genug, darauf zu verzichten, denn die Poesie täte sich mit Cyber-Transaktionen etwas schwerer.

Dabei sind die Fronten zwischen den Befürwortern und Gegnern der Abschaffung des Bargeldes oder anders ausgedrückt, des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, so ziemlich verwaschen. Führen die Befürworter, vertreten durch Dr. Heimo Hackel, Geschäftsführer von Card Complete, etwa erhöhte Sicherheit, Transparenz, Effizienz und gar die Hygiene (grausliche 30.000 feindliche Bakterien krabbeln auf Münzen und Banknoten herum während auf der Kreditkarte nur die eigenen ihre Zelte aufgeschlagen haben) in ihrer Argumentation an, so weisen die Gegner (Direktor Dr. Stefan Augustin von der Oesterreichische Nationalbank ist ein solcher. Man hätte es bei dem Notenbanker auch nicht anders erwartet) darauf hin, dass Bargeld unabhängig von Stromausfällen, die einen bargeldlosen Verkehr lahmlegen würden, jederzeit einsatzbereit, daher sicher, sei. Eines der Hauptargumente der Abschaffungsbefürworter, nämlich die kriminelle Schattenwirtschaft, klang aber wenig überzeugend. Österreich, etwa, weist europaweit den niedrigsten Wert mit nur 7% des BIP auf. Da sind schon die Holländer mit 8% weit laxer. Tu felix Austria!

Bargeld schützt die Privatsphäre besser als die Kreditkarte? Wenn dem so wäre dann müssten aber alle diejenigen, die das Bargeld als ausreichenden Schutz der Privatsphäre ansehen, sich radikal „off the grid“ begeben, denn das Internet sowie das Mobiltelefon, vulgo „Handy“, ja selbst der unverdächtige Bankomat, (irgendwie muss man ja an sein Bargeld kommen), gibt bereitwillig Daten preis!

Interessant, dass sich unsere Mitglieder in der folgenden lebhaften Diskussion mit ihrer jeweiligen Meinung eigentlich die Waage hielten. Gibt es also eine Schlussfolgerung? Vielleicht die schon bemerkenswerte von Dr. Hackel, dass nämlich eine völlige Abschaffung des Bargeldes in den Bereich der Utopie falle. Aber das scharfsinnigste, treffsicherste und aussagenkräftigste Urteil fällte unser Präsident Dr. Kurt Tiroch ganz am Anfang während seiner humorvollen, sehr ausführlichen Einleitung folgendermaßen: Beide Seiten, die Befürworter sowie die Gegner der Abschaffung des Bargeldes, stünden für den Schutz, die Sicherheit und die Freiheit der Menschen! Wirklich beide! Das müsste einen doch nachdenklich stimmen? Dennoch etwas wird abgeschafft: ab 2019 wird die €500 Banknote nicht mehr erneuert.

Im Anschluss lud Direktor Ian Murdoch von PriceWaterhouse Coopers zu einem wohlschmeckenden Buffet und Getränken, unter denen unter anderem einem ein erstklassiger Grüner Veltliner freundlich zuwinkte. Man ließ sich nicht lange foppen!

Somit ging auch diese 31. Veranstaltung erfolgreich zu Ende. Schade, wenn Sie diese verpasst haben. Doch die gute Nachricht lautet: es werden ihr noch sieben in diesem Jahre folgen.

 

Wolfgang Geißler