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SMART CITIES - So leben wir 2050

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Download this file (Vortrag Smart Cities 11.04.2016.pdf)Einladung182 Kb

Unter diesem Titel gab Christian Neuhold - freier Journalist mit profundem Wissen zu diesem Thema – eine Vision vom urbanen Leben in nicht allzu ferner Zukunft.

Zur Einstimmung bestens geeignet waren das futuristische Ambiente des neuen Wiener Hauptbahnhofs sowie die Architektur des imposanten OeBB Head Quarters, in dessen „Skylobby“ im 23. Stock sich 60 geladene ABS Mitglieder als interessierte Zuhörer einfanden.

Laut einer UNO Prognose für 2050 werden rund 70 % der dann 9 Milliarden Weltbevölkerung in Städten leben, welche ihnen die Grundvoraussetzungen des Lebens bieten werden. Aus unseren Städten werden Mega Cities mit doppelt so vielen und noch weit mehr Einwohnern entstehen – wie etwa die 130 (!) Mio City Juni-Jin-Ji, entstanden aus der Region Peking-Tsingtao (Wien mit 2,4 Mio sieht da fast mickrig aus). Riesige Herausforderungen für Politik und Stadtplanung hinsichtlich Raumbedarf, Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswesen und vieles mehr.

Die Städte der Zukunft werden „smart“, also mit intelligenter Infrastruktur, z.B. automatisiertem Personentransport, Auswertung von Big Data, und damit hoch effizient. Verblüffende Erfolge zeigt Barcelona, wo aufbauend auf einem grossen gratis WLAN Netz, bereits heute Parkplatzsuche, öffentliche Müllentsorgung und vieles andere mit Funksensoren gemanaged werden; mit Nebeneffekten wie messbarer Entlastung von Verkehr und Umwelt.

Smarte Überwachungssysteme helfen auch bereits bei Verbrechensbekämpfung (Beispiel Memphis/Tennessee: -30% aufgrund von Überwachungssystemen mit Verhaltensvorhersage-Software!). Oder die Öko Musterstadt Masdar City in Abu Dabi -verwirklichte Vision einer (an der Oberfläche) autofreien Metropole. Fahrerlose U-Bahnen und automatisierte elektrische Kabinenfahrzeuge besorgen den schadstofffreien Individualverkehr.

Ein realistisches Forschungsziel sind „Green buildings“, welche selber mehr Energie erzeugen als für ihren Betrieb notwendig ist. Die Seestadt Wien Aspern ist bereits Teil einer derartigen Entwicklung. Nicht nur Energie-erzeugende Fassaden, sondern auch bewährte umweltfreundliche Materialien kommen vermehrt zum Einsatz (Holz!).

„Smart living“ bringt die Vorteile der Vernetzung in den Haushalt, wo Mensch und Geräte intelligent miteinander kommunizieren (Energiebereitstellung für Heizung, Klima, Haushaltgeräte…).
„Smart working“ revolutioniert die Arbeitswelt durch modernste Kommunikationstechnologie, unabhängig von fixen Örtlichkeiten, und ermöglicht damit höchste Flexibilität.

Nüchtern betrachtet stecken wir längst in diesem evolutionären Prozess: wer hätte sich vor 20, 30 Jahren, als die ersten, klobigen Mobiltelefone aufkamen, vorstellen können, dass heute jeder, auch Kinder, bereits einen „Taschencomputer“ besitzt mit weltweitem Internetzugang – von uns altmodisch noch immer als „Handy“(Telefon) betitelt? So werden künftige Generationen mit einer „Smart technology“ aufwachsen, die dann als selbstverständlich gilt – der Lauf der Dinge eben.

Teils amüsiert, weil an Walt Disney`s Erfindergenie „Daniel Düsentrieb“ erinnert, teils nachdenklich über diese Zukunft sinnierend, diskutierten anschliessend die Gäste untereinander und mit Christian Neuhold, während sie den aussergewöhnlich schönen Blick über die Dächer Wiens bei Nacht genossen.

Fred Fruth