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Dann fangt der alte Stephansdom zum Plaudern an

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Hätte Kardinal Innitzer nicht im April 1945 bei der Besichtigung des abgebranntes Domes auf die Frage, was nun zu tun sei gesagt: „Na dann bauen wir ihn wieder auf“, dann wäre unser Stephansdom, so wie Coventry Cathedral oder die Kaiser Wilhelms Gedächtniskirche in Berlin als Ruine ein weiteres Mahnmal des Krieges geblieben.

So zeigte sich damals plötzlich, dass Sankt Stephan nicht nur eine Bischofskirche ist, wichtig für die Wienerstadt, sondern ein nationaler Schatz für ganz Österreich, denn ganz Österreich beteiligte sich am Wiederaufbau des Domes!

Meine Verbindung als Wiener zu Sankt Stephan begann und besteht durch die lebendige Erinnerung eines Sechsjährigen als am 1. März 1950 der Stephansgroschen vom österreichischen Münzamt als Spendemünze zur Finanzierung des Wiederaufbaues unseres Steffls ausgegeben wurde und meine Eltern um drei Schilling drei Stephansgroschen erwarben, von denen ich einen noch heute in meiner Geldbörse trage. „Jeder Österreicher spendet einen Schilling für den Steffl“. Diese Aktion sollte dem Wiederaufbau des Wiener Stephansdoms dienen, mit dem Ziel 6 Millionen Stephansgroschen um je 1 Schilling zu verkaufen.

Die „alte“ Pummerin aus dem Jahr 1711 stürzte 1945 beim Brand des Stephansdomes in die Tiefe und zerschellte. Die „neue“ Pummerin wurde teilweise aus altem Material 1951 in St. Florian neu gegossen und am 26. April 1952 als Geschenk des Bundeslandes Oberösterreich in einem Triumphzug wieder nach Wien gebracht. Sie kam um 16 Uhr unter dem Jubel einer gewaltigen Menschenmenge am Stephansplatz an. Als Achtjähriger war ich mit meinen Eltern unter den jubelnden Wienern und konnte sogar die Glocke durch mein selbstgebasteltes Periskop über die Köpfe und Schultern der Erwachsenen hinweg bewundern.

Gestern schloss sich der Kreis für mich als Sechsundsiebzigjähriger. Die beim Brand am 11./12. April 1945 zerstörte und dann unzureichend neu gebaute Riesenorgel wurde genau 75 Jahre nach ihrer Zerstörung wiederhergestellt. Domkapellmeister Markus Landerer gab uns Hintergrund-Informationen über das Gesamtprojekt und führte uns gemeinsam mit Generalvikar Nikolaus Krasa und Domorganist Konstantin Reymaier direkt in die Riesenorgel, die im Inneren vollkommen begehbar ist!

Jochen Ressel, nicht nur Vorstandsmitglied der Österreichisch-Britischen Gesellschaft sondern auch Mitglied als Tenor des Domchores der Dommusik St. Stephan, jemanden, dem die Zeitschrift „Wirtschaftszeit“ eine „göttliche Stimme“ attestierte, hatte nicht nur den gestrigen historischen Event vermittelt sondern begeisterte uns auch eingangs im Halbdunkel der Kirche mit einer für Gänsehaut sorgenden Darbietung von Robert Schumanns „Mondnacht“.

Was die neue Riesenorgel alles kann demonstrierte der Domorganist Konstantin Reymaier und fegte uns schlussendlich hinweg mit dem „Organ Sonata“ op.28 in G-Dur des Briten Edward Elgar. Britische Musik im österreichischsten Dom aller österreichischen Dome.

ABS, steht nicht nur für „Austro-British Society“ sondern auch für drei leicht verstaubte obsolete Orgelpfeifen der alten Orgel in den Tonlagen A, B und (E)s Dur. Diese wurden als Geschenk des Domes von Domkapellmeister Markus Landerer an den Präsidenten der Österreichisch-Britischen Gesellschaft Prof. Dr. Kurt Tiroch aber auch als Dank für unsere Spende übergeben. Verlässliche Quellen teilen mir mit, dass man sie ab jetzt schon im Café Ministerium bewundern kann.

Der Abend klang harmonisch in der beeindruckenden Sakristei des Domes St. Stephan aus mit köstlichen Canapés und Goldeck Sekt, bereitgestellt vom Café Ministerium. Schade, wenn jemand dieses einzigartige Ereignis verpasst hat. Das kommt sicher nicht mehr wieder!

Wolfgang Geissler

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