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Scottish Independence Referendum

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So muss es wohl zu Zeiten unserer Monarchie gewesen sein: Ein erwartungsvolles Publikum trifft sich in den wunderschönen „Bel Etage“ Räumen des traditionsreichen Ringstrassen Cafes Landtmann unweit der Hofburg für ein Gesellschaftsereignis der aussergewöhnlichen Art.
 

Und so war´s auch diesmal – allerdings betraf das Thema das Vereinigte Königreich Grossbritannien bzw. das bevorstehende Referendum zur angestrebten Unabhängigkeit Schottlands. Dr. Alexander Christiani, ABS Vice President und Botschafter i.R., hatte alle Vorbereitungen für eine vielversprechende und brandaktuelle panel discussion getroffen, die er als erfahrener Diplomat dann auch zu moderieren – beabsichtigte; musste dies aber aufgrund einer akuten Erkrankung in letzter Minute dem Präsidenten Dr. Kurt Tiroch anvertrauen.

Angus Robertson, "Westminster Group Leader" der SNP, gab zunächst eine knappe Übersicht über die Ziele und Erwartungen der von seiner Scottish National Party angestrebten Unabhängigkeit, gewürzt mit einigen typisch britisch-humorvollen Passagen, während sein Diskussionspartner Colin Munro, in Wien lebender früherer Botschafter Ihrer Majestät ebenda, auch seinerseits informativ und locker viele Gegenargumente veranschaulichte. Verblüffend war für alle anwesenden die Erkenntnis, dass die Schotten – anders als etwa die Katalanen – nicht primär aus nationalistischen Gründen von der Londoner Zentralregierung unabhängig sein wollen, sondern einen besseren Status „socially just“ und „economically just“ erreichen wollen. Stimmberechtigt sind daher alle davon betroffenen, d.h. die heute in Schottland lebenden Menschen, also auch EU Bürger und andere Nicht-Schotten. Ausserhalb Schottlands lebende Schotten hingegen nicht.

Wie immer das Referendum am 18. September ausgehen wird, wird sich weisen. Sicher war aber für die rund 130 Teilnehmer, dass sie Zeugen einer sehr informativen, aber auch kurzweiligen und mit Niveau und sprichwörtlicher fairness geführten Diskussion waren, in die sie sich mit ihren Fragen auch direkt einbringen konnten. Bemerkenswert auch, mit welch professioneller Flexibilität und Perfektion das stets freundliche Servierpersonal seine schwierige Rolle in den übervollen Räumen der Bel Etage meisterte – dafür ein spezieller Dank ans Haus!

Zum Abschluss dieses spannenden und informativen Events wurde bei drinks & canapes noch intensiv und angeregt weiterdiskutiert, während draussen der Himmel furchterregend donnerte und weinte.

Fred Fruth